Ein Unternehmen wird verklagt. Das Verfahren zieht sich bereits über anderthalb Jahre hin. Ein Anwaltswechsel einerseits , ein in den Ruhestand gehender Vertreter andererseits. Ein lange erwarteter Gerichtstermin wird angesetzt, nur um kurzfristig aus „dienstlichen Gründen“ wieder aufgehoben zu werden. Ein neuer Termin, Monate in der Zukunft, wird anberaumt – und ebenfalls wieder gekippt, weil das Verfahren an eine andere Kammer abgegeben wird. Wann es weitergeht? Ungewiss.
Was klingt wie ein fiktives Drama, ist die reale und frustrierende Erfahrung vieler Unternehmer in Deutschland, wie ein kürzlich auf LinkedIn geteilter Fall (siehe Bild) eindrücklich belegt.

LinkedIn-Post
Solche „Endlosverfahren“ führen nicht nur zu enormen Kosten und Unsicherheiten, sondern untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat. Die telefonische Auskunft eines Gerichts, man könne nicht abschätzen, ob ein Termin in Monaten oder Jahren stattfinden wird, spricht Bände.
Wenn die Mühlen der Justiz so langsam mahlen, dass sie fast zum Stillstand kommen, ist es für Unternehmen an der Zeit, nach besseren Alternativen zu suchen. Eine dieser Alternativen ist die Wirtschaftsmediation.
Was ist Wirtschaftsmediation?
Wirtschaftsmediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem die Konfliktparteien mithilfe eines neutralen Dritten – des Mediators – freiwillig und eigenverantwortlich eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung für ihren Konflikt erarbeiten. Der Mediator trifft keine eigenen Entscheidungen, sondern führt die Parteien durch den Prozess und hilft ihnen, ihre wahren Interessen zu erkennen und kreative Lösungen zu finden.
Die Vorteile gegenüber dem Gerichtsweg
Hätten die Parteien im oben geschilderten Fall eine Mediation in Betracht gezogen, wäre ihnen ein Großteil des Frustes, der Zeit und der Kosten erspart geblieben. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Geschwindigkeit: Während Gerichtsverfahren Jahre dauern können, lassen sich Mediationen oft innerhalb von Wochen oder sogar Tagen abschließen. Die Parteien bestimmen den Zeitplan, nicht der überlastete Terminkalender eines Gerichts.
- Kostenkontrolle: Kürzere Verfahrensdauer bedeutet geringere Anwaltskosten. Hinzu kommt, dass die indirekten Kosten – wie der Zeitaufwand von Mitarbeitern und Management – drastisch reduziert werden.
- Kontrolle über das Ergebnis: Vor Gericht geben die Parteien die Kontrolle an einen Richter ab. Das Urteil ist oft ein „Alles-oder-Nichts“-Szenario. In der Mediation behalten die Parteien die volle Kontrolle. Sie selbst gestalten eine Lösung, die ihren tatsächlichen geschäftlichen Interessen entspricht – eine Lösung, die ein Gericht so niemals anordnen könnte.
- Vertraulichkeit: Gerichtsverhandlungen sind öffentlich. Geschäftsgeheimnisse, Reputationsschäden und unerwünschte Presse sind reale Risiken. Eine Mediation ist streng vertraulich. Nichts dringt nach außen.
- Erhalt von Geschäftsbeziehungen: Ein Gerichtsverfahren ist ein Kampf, der fast immer verbrannte Erde und zerstörte Geschäftsbeziehungen hinterlässt. Die Mediation ist ein kooperativer Prozess, der darauf abzielt, eine gemeinsame Lösung zu finden. Oft ist es dadurch möglich, eine wertvolle Geschäftsbeziehung für die Zukunft zu erhalten.
Fazit: Eine strategische Entscheidung für Ihr Unternehmen
Der geschilderte Fall ist kein Einzelfall. Er ist ein Symptom eines überlasteten Systems, das für die schnelle und effiziente Lösung von Wirtschaftsstreitigkeiten oft ungeeignet ist.
Anstatt sich auf einen unsicheren, teuren und nervenaufreibenden Rechtsstreit einzulassen, sollten Unternehmen die Wirtschaftsmediation als strategisches Werkzeug begreifen. Sie ist nicht nur ein Weg, um Konflikte zu lösen, sondern eine Chance, Zeit und Geld zu sparen, Risiken zu minimieren und die Kontrolle über die eigenen Geschicke zu behalten. Bevor Sie den Klageweg beschreiten, fragen Sie sich: Gibt es nicht einen besseren Weg? Die Antwort lautet in vielen Fällen: Ja, die Mediation.
Weitere Informationen und Beratung:
Dr. Hartmut Frenzel: 🇩🇪 +49 160 29 12 140 (D)

Izolda Petrosyan: 🇨🇭 +41 78 422 33 48 (CH)
