Ich bin Mediator. Das klingt einfacher, als es ist.
Seit 1996 berate ich Unternehmen. Arbeitsschutz, Umweltschutz, Compliance. Seit 2025 bin ich zertifizierter Wirtschaftsmediator mit SKWM-Akkreditierung.
Aber die Zertifizierung ist nicht das Wichtigste.
Das Wichtigste ist eine Erkenntnis aus dreißig Jahren Praxis: Konflikte in Vorstandsetagen entstehen nicht wegen mangelnder Argumente. Sie entstehen wegen mangelnder Kommunikation. Und genau hier setzt Mediation an.
Die Illusion des Entscheiders
Wenn Vorstandsmitglieder zum ersten Mal auf die Idee kommen, einen Mediator zu engagieren, haben sie oft eine falsche Erwartung. Sie denken: Hier kommt jemand, der sich unseren Konflikt anschaut und sagt uns, wer recht hat. Ein Schiedsrichter. Ein Entscheider.
Das ist ein Missverständnis.
Das deutsche Mediationsgesetz definiert Mediation präzise:
„Ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Unterstützung eines Mediators freiwillig und eigenverantwortlich eine Beilegung ihres Konflikts anstreben.“
Bemerken Sie das Wort „eigenverantwortlich“? Das ist das ganze Geheimnis.
Der Mediator ist kein Richter. Er ist nicht der Entscheider. Der Mediator strukturiert. Und die Parteien entscheiden selbst. Das ist radikal – und für viele unbequem.
Aber es funktioniert. Weil die Parteien nicht nur eine Entscheidung bekommen, sondern eine Entscheidung, die sie selbst gefällt haben. Eine Entscheidung, die sie mittragen wollen. Eine Entscheidung, die hält.
Der geschützte Raum
Mediation funktioniert nur, wenn es einen geschützten Raum gibt. Das ist nicht theatralisch gemeint. Es ist praktisch gemeint.
Was in einer Mediation gesagt wird, bleibt in der Mediation. Das ist nicht optional. Das ist rechtlich verankert. Die Vertraulichkeit ist absolut.
Das ist der entscheidende Unterschied zur Gerichtsverhandlung. Dort wird alles protokolliert. Alles kann später gegen Sie verwendet werden. Hier nicht. Hier können Sie ehrlich sein. Sie können Schwächen eingestehen. Sie können nachdenken.
Das gibt den Parteien den Mut, das zu sagen, was wirklich zählt. Nicht die juristische Position. Sondern: Was treibt Sie an? Was fürchten Sie? Was wollen Sie wirklich erreichen?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten ähnliche Grundprinzipien: Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Vertraulichkeit sind nicht verhandelbar. Es gibt Unterschiede in den Details, die ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch erläutere. Aber überall gilt das Gleiche: Der Mediator entscheidet nicht. Er strukturiert.
Worauf es wirklich ankommt
Nicht allein die formale Qualifikation ist maßgeblich. Eine SKWM-Akkreditierung ist schön. Aber sie ist nicht hinreichend.
Was zählt, sind vier andere Dinge:
Erstens: Der Wille zur individuellen Fallbearbeitung. Ein guter Mediator nimmt sich die Zeit. Er erfasst Ihren Konflikt. Er arbeitet Details heraus. Oberflächlichkeit reicht nicht aus.
Zweitens: Persönliche Befähigung und Motivation. Nur ein engagierter Partner mit Eigeninitiative wird Sie optimal unterstützen. Ein reiner „Sachbearbeiter“ ist kein echter Strukturexperte.
Drittens: Ausreichende Kapazitäten. Mediation im Unternehmenskontext ist arbeitsintensiv. Prüfen Sie, ob Ihr Mediator das erforderliche Zeitbudget bereitstellen kann.
Viertens: Unabhängigkeit und Unparteilichkeit. Der Mediator darf Sie nicht vorher beraten oder vertreten haben. Er darf nicht in einem Interessenkonflikt stecken. Das ist nicht verhandelbar.
Die Chemie entscheidet
Es gibt einen Faktor, den die meisten unterschätzen: die Persönlichkeit des Mediators.
Ein Top-Mediator aus den USA hat es so formuliert: „Wenn jemand den Mediator nicht mag, wird dieser Mediator nicht effektiv sein.“
Das ist nicht sentimental. Das ist praktisch. Mediation funktioniert nur auf der Grundlage von Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Zertifikate. Vertrauen entsteht durch Chemie.
Ein brillanter Mediator, mit dem die Parteien nicht klarkommen, ist ein gescheiterter Mediator.
Meine Aufgabe ist einfach: Ich strukturiere ein Gespräch. So, dass die Parteien ihr eigenes Wissen nutzen können. Um ihre eigenen Ergebnisse zu erzielen.
Das ist der entscheidende Unterschied: Ich bin nicht hier, um Ihnen zu sagen, was richtig ist. Ich bin hier, um sie in die Lage zu versetzen, selbst zu sehen, was möglich ist.
Der Prozess: Fünf Schritte zur Lösung
Mediation folgt einem bewährten Prozess. Fünf klare Schritte führen von der Eskalation zur Lösung.

Schritt 1: Einstieg & Einführung. Ich schaffe einen geschützten Rahmen. Ich kläre Erwartungen. Ich vereinbare Regeln der Zusammenarbeit. Das Ziel: faire und lösungsorientierte Kommunikation ermöglichen.
Schritt 2: Konflikt verstehen. Jede Partei bekommt Raum, ihre Sichtweise darzustellen. Ohne Bewertung. Ohne Unterbrechung. Themen, Hintergründe und emotionale Aspekte werden sichtbar.
Schritt 3: Interessen klären. Hinter jeder Position stehen Bedürfnisse und Interessen. Durch gezielte Fragen und aktives Zuhören werden diese sichtbar gemacht. Das schafft die Grundlage für kreative Lösungen.
Schritt 4: Lösungen entwickeln. Die Beteiligten erarbeiten gemeinsam mögliche Optionen. Ohne Druck. Mit offenem Blick auf Umsetzbarkeit, Fairness und Zukunftsfähigkeit.
Schritt 5: Vereinbarungen treffen. Am Ende steht eine einvernehmliche Vereinbarung. Rechtlich tragfähig. Für alle Seiten nachvollziehbar. Ziel: Konflikte nachhaltig klären und wieder handlungsfähig werden – ohne dauerhafte Abhängigkeit von Dritten.
Warum ich nicht entscheide
Das Mediationsgesetz schreibt vor: Der Mediator muss neutral sein. Unabhängig. Unparteiisch.
Das bedeutet: Ich habe keine Agenda. Keine Lösung, die ich verkaufen will. Nur ein Interesse: dass die Parteien selbst sehen, was möglich ist.
Manchmal ist das Ergebnis eine Einigung. Manchmal ist das die Erkenntnis: „Wir können nicht zusammenarbeiten. Aber wir können fair auseinandergehen.“
Beides ist ein erfolgreicher Mediationsprozess.
Das ist das Beste am Mediationsgesetz: Es vertraut den Menschen. Es vertraut darauf, dass sie – wenn sie in einem fairen Raum miteinander reden – die richtigen Entscheidungen treffen.
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Weitere Informationen und Beratung:
Dr. Hartmut Frenzel: 🇩🇪 +49 160 29 12 140 (D)

Izolda Petrosyan: 🇨🇭 +41 78 422 33 48 (CH)
